Gesetzliche Grundlage

Gesetzliche Grundlagen zur Insolvenzversicherung für Reiseveranstalter

Wer bei einem Reiseveranstalter eine Reise bucht, der bezahlt in bestimmten Etappen vor Beginn des Urlaubs den Reisepreis. Geht es um größere Summen, sichern sich die meisten mit einer Reiserücktrittversicherung ab, die einspringt, falls man den Urlaub doch nicht antreten kann. In diesem Fall bekommt man dann zumindest einen Großteil des Geldes zurück. Doch was passiert eigentlich, wenn der Reiseveranstalter nach den Zahlungen aber vor Beginn der Reise Insolvenz anmeldet? Ist das eingezahlte Geld dann verloren? Die klare Antwort auf diese Frage lautet: Nein, denn es gibt die Pflicht zu einer Insolvenzversicherung Reiseveranstalter. Diese dient der Kundengeldabsicherung und ist seit 1994 in Deutschland Pflicht.

Der Ablauf einer Insolvenzversicherung Reiseveranstalter ist relativ einfach. Der Reiseveranstalter schließt diese Versicherung bei einem Versicherer seiner Wahl ab. Dafür erhält er sogenannte Sicherungsscheine. Die Inhalte und genauen Formulierungen auf diesen Scheinen sind gesetzlich festgelegt. Sollte nun eine Zahlungsunfähigkeit des Reiseveranstalters eintreten, kann dieser das Geld des Kunden mithilfe dieser Sicherungsscheine beim Versicherer einfordern. Somit ist die Kundengeldabsicherung gewährleistet. Falls der Reiseveranstalter den Reiseleistungen also nicht mehr nachkommen kann, bekommt der Kunde sein Geld zurück. Grundsätzlich kann sich der Reiseveranstalter aussuchen, bei welchem Versicherer er seine Insolvenzversicherung abschließen möchte. Meist ist eine jährliche Versicherungsprämie zu leisten. Außerdem kosten natürlich die einzelnen Sicherungsscheine Geld. Die Höhe orientiert sich dabei in der Regel am Reisepreis und liegt zwischen drei und fünf Euro.

Doch man sollte sich als Kunde eines Reiseveranstalters nicht zu sicher sein, dass tatsächlich eine Kundengeldabsicherung durch deine Insolvenzversicherung Reiseveranstalter besteht. Denn obwohl es die gesetzliche Pflicht für den Abschluss einer solchen Versicherung gibt, gibt es natürlich auch Ausnahmen. So müssen Reiseveranstalter beim Ausrichten einer Tagesreise, die nicht länger als 24 Stunden dauert, keine solche Versicherung abschließen. Es sei denn, der Preis liegt über 75 Euro. Außerdem von der Versicherungspflicht befreit sind solche Veranstalter, die nur gelegentlich Reisen ausrichten und dies nicht als Gewerbe betreiben. Vor dem Buchen einer großen Reise, die viel kostet, sollten diese Dinge bedacht werden.

Eine Insolvenzversicherung Reiseveranstalter kann, wie bereits beschrieben, in Form von Sicherungsscheinen geleistet werden. Ein Reiseveranstalter darf Zahlungen des Kunden, die vor Reiseende getätigt werden, nur fordern oder annehmen, wenn er einen entsprechenden Sicherungsschein vorweisen kann.


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